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Kapitel 2. Das gestohlene Zuhause

Chengwus Operation ist erfolgreich verlaufen, doch die Familie hat kein Zuhause, in das sie aus dem Krankenhaus zurückkehren kann. Die alte Villa der Familie Xia wird seit vielen Jahren von Xinghes Stiefmutter Wu Rong bewohnt. Sie lebt schon so lange von einem fremden Erbe, dass sie Gewohnheit mit Eigentumsrecht verwechselt.

Xinghe kommt, ohne zu bitten oder sich anzukündigen.

„Verschwinde“, befiehlt Wu Rong. „Du bist hier niemand.“

Die Wachleute treten vor. Xinghe geht an ihnen vorbei ins Arbeitszimmer ihres verstorbenen Vaters und öffnet ein Geheimfach, von dem ihre Stiefmutter nichts weiß. Darin liegt die echte Eigentumsurkunde: Die Villa gehört Xinghe.

Wu Rong legt ihr eigenes Dokument vor. Die Fälschung wirkt genau so lange überzeugend, bis von draußen Polizeisirenen zu hören sind. Da lässt die Umsicht der Hausherrin sie im Stich. Sie zerreißt das Papier, steckt sich die Fetzen in den Mund und versucht, das Beweismittel hinunterzuschlucken.

Xinghe betrachtet sie beinahe neugierig. Es gibt Papiere, die den Anspruch auf ein Haus belegen. Und es gibt Papiere, die die bisherige Hausherrin vor Zeugen hastig zerkaut. Aus irgendeinem Grund bevorzugt die Polizei die zweite Sorte.

Wu Rong muss gehen. Xinghe lässt die alte Dienerin selbst entscheiden, bei wem sie bleiben will, und sie wählt die wahre Hausherrin.

An diesem Abend schließt Xinghe zum ersten Mal seit drei Jahren die Tür ihres eigenen Hauses von innen. Es ist vorerst nur eine Villa, nicht das ganze Leben, das man ihr gestohlen hat. Aber mit einer Immobilie anzufangen fühlt sich erstaunlich gut an.

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