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Kapitel 4. Der Geburtstag

Tianxin will Xi Lins Geburtstag in einen sichtbaren Beweis verwandeln: Der Platz an Mubais Seite ist frei und wartet schon lange auf sie. Wushuang kommt, um ihr zu helfen. Sie hassen Xinghe aus unterschiedlichen Gründen, doch ein gemeinsames Fest bringt gute Menschen schnell einander näher – und ein gemeinsamer Feind alle anderen.

Kurz vor Beginn des Abends verschwindet das Geburtstagskind. Der Junge hat gehört, dass heute womöglich die Hochzeit seines Vaters mit Tianxin angekündigt wird, und beschließt, das Familienglück mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern: Er läuft aus dem Saal. Tianxin sieht, wohin er geht, schickt den Wachmann jedoch in die andere Richtung.

Xi Lin taucht von selbst wieder auf, als ein roter Wagen vor dem Haus hält. Er erkennt seine Mutter sofort, läuft zu ihr und klammert sich an ihre Hand.

Den Saal betritt nicht die gealterte Bettlerin, die die Gäste erwartet haben, sondern eine ruhige junge Frau in einem dunkelroten Kleid. Xinghe kann ihre Fassung kaum bewahren: Ihr Sohn steht neben ihr, lebendig, ernst und schmerzlich vertraut. Er lässt ihre Hand nicht los. Neben ihnen wirkt Mubai wie ein Familienvater. Tianxin bleibt, so sehr sie sich auch bemüht, eine Fremde bei ihrer eigenen Hochzeitsprobe.

Als Xi Lin sich etwas wünschen darf, wünscht er sich, dass Mama und Papa immer zusammenbleiben.

Die alte Frau Xi wirft Xinghe sofort vor, sie wolle ihren früheren Mann verführen.

„Der einzige Mann hier, der mich interessiert, ist mein Sohn“, erwidert Xinghe.

Lin zerschmettert einen Teller. Die Erwachsenen verstummen, und der Junge betrachtet zufrieden die Scherben: Manchmal brauchen Familienverhandlungen eine überzeugende Zeichensetzung.

Als Xinghe geht, begegnet sie Wushuang. Wushuang gesteht ihr zunächst offen ihren Hass, stürzt dann vor den Augen der Gäste zu Boden und schreit, Xinghe habe sie gestoßen und ihr ungeborenes Kind getötet. Cui Ming ruft die Polizei. Die stumme Kameraaufnahme zeigt den Sturz und scheint Xinghe keine Chance zu lassen.

Sie holt ein Diktiergerät hervor.

Der ganze Saal hört Wushuangs Drohungen, ihr Eingeständnis, neidisch auf Xinghe zu sein, und den erstaunlich schnellen Wechsel ihrer Stimme, als es Zeit wird, das Opfer zu spielen. Xinghe schlägt vor, die Schwangerschaft von einem Arzt überprüfen zu lassen. Lu Qi untersucht sie und verkündet das Offensichtliche: Es hat nie ein Kind gegeben.

Cui Ming geht sofort auf Abstand zu seiner Frau. Noch vor einer Minute hat er Gerechtigkeit verlangt; jetzt ist sie ihm zu nahe gekommen. Wushuang muss die Schuld auf sich nehmen, und die Polizei führt sie unter den Blicken der Gäste ab.

Mubai warnt Xinghe:

„Cui Ming wird dir das nicht verzeihen.“

„Gut“, sagt sie. „Ich ihm auch nicht.“

Für Lin endet der Abend besser als jeder andere Geburtstag. Seine Mutter ist zurückgekehrt, trotz fremder Anschuldigungen nicht wieder verschwunden und wird künftig niemanden mehr um Erlaubnis bitten, ihren eigenen Sohn zu sehen.

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