Der Sturz von Wu Rong, Wu Shuang und Cui Min hätte Ruhe bringen sollen. Stattdessen träumt Xinghe vom Tod.
Im Traum stirbt sie selbst. Mubai heiratet Tianxin, die beiden bekommen einen neuen Erben, und Xi Lin wird im eigenen Haus überflüssig. Der Junge läuft fort und kommt ums Leben.
Der Traum lässt sich nicht abschütteln. Die Ärzte bestätigen, dass Xinghes Körper völlig erschöpft ist und ihr bisheriges Tempo womöglich nicht mehr verkraftet. Sie weiß nicht, wie viel Zeit ihr bleibt, aber sie weiß, dass sie ihren Sohn nicht in Tianxins Nähe lassen darf.
„Überlass mir das Sorgerecht für Lin“, sagt sie zu Mubai.
Er lehnt ab. Mubai will sich nicht von seinem Sohn trennen, und die Familie Xi würde den Erben niemals einer Frau überlassen, die sie selbst fortgejagt hat.
Also kauft Xinghe ein Haus in der Nähe. Wenn eine Tür sich nicht öffnen lässt, sucht ein vernünftiger Mensch einen anderen Eingang. Ein unvernünftiger streitet mit der Tür; damit sind in der Familie Xi schon genug Leute beschäftigt.
Von ihrer Krankheit erzählt sie nichts. Wenn Xinghe die Wahrheit sagt, halten die Verwandten sie für zu schwach, um das Sorgerecht zu bekommen. Erzählt sie von ihrem Traum, halten sie sie außerdem für verrückt. Daher bleibt der Plan einfach: bei ihrem Sohn sein, Tianxin aus seinem Leben entfernen und die Familie Xi zwingen, ihre Rechte als Mutter anzuerkennen.
Der erste Besuch wird zur Falle. Die alte Frau Xi und Tianxin haben den Jungen im Voraus auf den alten Familiensitz geschickt. Xinghe kommt absichtlich am Abend, wenn Mubai nach Hause zurückkehren soll. Als sie seine Schritte hört, lenkt sie das Gespräch so, dass die beiden Frauen von selbst auf die Vergangenheit zu sprechen kommen.
Vor drei Jahren hat Mubais Mutter ihre Schwiegertochter für der Familie unwürdig gehalten, und Tianxin hat geholfen, einen Seitensprung vorzutäuschen. So haben die Machenschaften anderer und gefälschte Beweise Xinghes Ehe zerstört. Die Wachleute wollen den Gast gerade hinauswerfen, als Mubai den Raum betritt. Er hat genug gehört.
Draußen sagt Xinghe:
„Ihre Familie hat in mir nur die Frau gesehen, die ein Kind zur Welt gebracht hat. Danach hat man meine Anwesenheit für entbehrlich gehalten.“
Zum ersten Mal erkennt Mubai in der damaligen Scheidung nicht bloß das Ende einer unglücklichen Ehe, sondern die Folgen seiner eigenen bequemen Ahnungslosigkeit. Er macht keine Szene und bittet auch nicht sofort um Verzeihung. Am nächsten Tag bestellt er beide Familien in ein Hotel.
Tianxin kommt in der Überzeugung, sie erwarte ein Versöhnungsessen. Am Eingang schafft sie es noch, Xinghe an die bevorstehende Hochzeit zu erinnern.
Am Tisch verkündet Mubai, dass es keine Hochzeit geben wird.
Tianxin wird blass. Ihre Mutter schreit auf. Die alte Frau Xi versucht, ihren Sohn aufzuhalten. Mubai erinnert sie daran, dass Xinghe seine rechtmäßige Frau war und Lins Mutter bleibt. Seine Angehörigen haben das Recht, sie nicht zu mögen, aber nicht das Recht, einen Seitensprung vorzutäuschen, eine Ehe zu zerstören und eine Schwiegertochter wie eine vorübergehend angestellte Dienerin zu behandeln.
„Selbst wenn Xinghe nicht hier wäre“, schließt er, „würde ich keine Frau heiraten, die ich nicht liebe.“
Tianxin stürzt zu Xinghe und bittet sie um Verzeihung. In ihren Augen steht noch immer Hass, nur weint sie jetzt dabei.
„Sie entschuldigen sich nicht, weil es Ihnen leidtut“, sagt Xinghe. „Sie haben Angst, Mubai zu verlieren. Das sind verschiedene Gefühle.“
Sie verlässt den Saal als Erste. Am Eingang bittet sie ihren früheren Mann nur um eines:
„Bring mich zu meinem Sohn.“
Lin ist auf dem alten Familiensitz. Dort trifft der Patriarch Xi Gang die Entscheidungen, und die aufgelöste Verlobung dürfte ihn kaum beeindrucken.
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