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Kapitel 28. Die Spule

Am Mittwoch sammelte ich die Wäsche ein.

In Igors Jacke war dasselbe wie immer: eine Schraube, zwei Bons und eine Zehnrubelmünze, an einer Seite dunkel angelaufen. Eben jene, ich erkenne sie, sie wandert bei uns seit etwa drei Jahren durch die Taschen und lässt sich nicht ausgeben.

Und außerdem war da dies.

Eine flache Holzspule, dunkel, halb so groß wie eine Handfläche, und darauf Garn. Das Garn war ganz aufgewickelt, vollständig, in gleichmäßigen Lagen, und war kein einziges Mal abgewickelt worden: Das Ende steckte fabrikmäßig unter den Windungen.

Ich nahm sie heraus und legte sie auf das Fensterbrett, zu der Münze und den Bons.

Dann nahm ich sie wieder.

Das Holz war glatt, ohne einen einzigen Grat und ohne Abnutzung: die Wangen sauber, die Achse nicht ausgeschlagen, an den Stirnseiten keine einzige Druckstelle von Fingern. Das Garn war nirgends ausgeblichen, und liegengebliebenes bleicht immer auf einer Seite aus. Kein Stempel, keine Nummer, keine Spur von Farbe.

Ganz und gar niemandes.

Ich stand damit etwa drei Minuten an der Maschine.

Was sie bedeutet, habe ich nicht verstanden. Ich weiß es bis heute nicht. Mit solchen näht man Leder von Hand, und mit ebensolchen näht man Papier, und bei Welitschko in den Werkstätten macht man damit gewiss auch irgendetwas, und das sind drei verschiedene Leben, und keines davon stand auf der Spule geschrieben.

Igor sah im Zimmer fern, laut, wie immer. Ich hörte aus der Küche jedes Wort, und er hörte mich überhaupt nicht.

Er hätte es wohl auch nicht bemerkt. Die Hälfte dessen, was in seinen Taschen ist, bemerkt er nicht. Diese Schraube liegt seit dem Winter darin.

Ich schloss die Maschine, stellte das Schleudern ein und ging in die Küche.

Morgens kam ich als Erste in die Werkstatt, wie immer, weil ich aufschließe.

Ich zog den Mantel aus. Hängte den Kittel auf. Machte im vorderen Raum Licht, aber nicht in der Werkstatt, weil das Licht in der Werkstatt Igor anmacht. Öffnete die Kasse mit dem Schlüssel, nahm das Münzfach heraus und legte die Spule auf den Boden.

Dort lag schon das Papier, viermal gefaltet.

Ich schob es zur Seite, damit die Spule gerade zu liegen kam, und ließ das Fach an seinen Platz herunter. Das Fach saß, wie es sollte, ohne Schrägstand, und als ich die Kasse schloss, klirrte nichts.

Dann kam Igor, machte in der Werkstatt Licht, und der Tag begann.

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