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REX WANG UND STYX

Kapitel 37. Die Stadt als Käfig

In der Dunkelheit schreien zuerst die Bestien.

Dann die Menschen.

Der Schild über Skyfall City wird weiß. Seine Verteidigungslinien richten sich nicht mehr auf die Wildlande, sondern auf die Straßen. Die Ausgänge der Stadt schließen sich, die Türen der Schutzräume verriegeln sich und Aufzüge bleiben zwischen den Stockwerken stecken.

Jedes System, das Menschen retten soll, hält sie jetzt an Ort und Stelle fest.

Kane bekommt keine vollständige Kontrolle über die freien Bestien. Wer sein Halsband bereits gesprengt hat, wehrt sich weiter. Doch die Krone hört sie, hält sie mit Schmerz nieder und schneidet sie voneinander ab.

Auch der Schwarm zerfällt.

Durch Styx spüre ich Hunderte Verbindungen abreißen. Die Kapitäne leben noch, aber weißes Rauschen erstickt ihre Signale. Die Bruten wissen nicht, wo ihre Königin ist.

Kane öffnet den Ring des Basilisken.

Ich stürze aufs Dach.

„Jetzt kannst du gehen“, sagt er. „Steig hinunter. Such deine Freunde. Sieh zu, wie viel ihnen die Freiheit in den verriegelten Schutzräumen bringt.“

Er versucht nicht mehr, mich aufzuhalten. Die Stadt soll meine Niederlage sehen.

Ich komme auf die Knie.

Styx fliegt aus der Halterung. Das rote Licht auf ihrem Körper ist fast erloschen. In unserer Verbindung hallen Tausende Stimmen aus den Schuldensiegeln.

„Zu viele“, sagt sie.

Früher hätte ich ihr befohlen, den Schmerz auszuschalten.

Jetzt lege ich eine Hand aufs Dach.

„Gib mir einen Teil davon.“

„Macht dich kaputt.“

„Dann macht es uns wenigstens nicht sofort kaputt.“

Styx landet auf meiner Hand.

Die freiwillige Verbindung öffnet sich in beide Richtungen.

Die Stadt strömt in mich hinein.

Ich höre eine Bestie, die in einer Klinik gegen ihren verschlossenen Käfig schlägt. Ein Kind im stecken gebliebenen Aufzug. Leon, der versucht, den Drachen bei Bewusstsein zu halten. Lily, die im Dunkeln nach ihrem Sender tastet. Cole, der eine Abflusstür mit bloßen Händen hochstemmt.

Und Kane.

Er ist direkt neben mir, aber im Inneren der Krone ist seine Stimme überall.

„Stillhalten.“

Tausende Halsbänder wiederholen den Befehl.

Ich kann ihn nicht übertönen. Mit einem Gegenbefehl würde ich nur zum zweiten Herrn werden.

Also befehle ich niemandem, sich zu bewegen.

Ich schicke nur eine Frage.

„Willst du aufstehen?“

Der Leerendrache antwortet zuerst.

Dann der Jagdhund auf dem Platz.

Dann die alte Lastbestie aus der Färberei.

Einzelne Stimmen zerstören die Krone nicht. Doch das weiße Netz erzittert, als darin etwas auftaucht, das Kane in seinen Berechnungen nicht vorgesehen hat.

Kein Widerstand gegen einen Befehl.

Eine eigene Entscheidung.

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