Der Kettenbasilisk fängt sie.
Ein goldener Ring schließt sich wenige Meter über dem Schacht um Leon und den Drachen. Für eine Sekunde sieht es aus, als hätte Kane beschlossen, seinen Sohn zu retten.
Dann zieht sich der Ring zusammen.
Der Basilisk führt den letzten Befehl aus, obwohl er selbst kaum noch an einer tragenden Ader hängt. Seine weißen Platten sind gerissen, der Reif ist über ein Auge gerutscht. Durch die Krone spüre ich seine Angst. Die Bestie will die Ringe nicht öffnen, weil jeder Ungehorsam den Schmerz zurückbringt.
Styx kriecht unter meinem Kragen hervor und berührt meinen Hals. Ein Bild kommt: ein roter Punkt im goldenen Reif.
Kein Herr. Ein Schloss.
Ich schlage mit dem Schwert gegen die Halterung des Rings. Gewöhnlicher Stahl hinterlässt keine Spur. Der zweite Hieb schlägt Funken. Leon kann darin schon nicht mehr atmen.
Da öffnet der kleine Drache sein Maul.
Er hat kein Leerenfeuer mehr. Also verbeißt er sich wie eine gewöhnliche Bestie in die weiße Platte und zerrt daran. Der Basilisk zuckt überrascht. Der Ring lockert sich gerade weit genug, dass Leon herausrutschen kann.
Ich packe ihn an der Uniform. Gemeinsam ziehen wir den Drachen auf eine tragende Plattform.
Ohne Kern schrumpft er weiter. Die schwarzen Platten werden stumpf, die Flügel pressen sich an seine Seiten. Einige Minuten später liegt neben Leon eine Bestie von der Größe eines großen Hundes.
Das System des Turms aktualisiert seine Bewertung.
„Ehemalige Bestie höchsten Ranges. Kampfpotenzial: niedrig. Marktwert: unbedeutend.“
Kane sieht die Zeile durch die Krone.
„Er kann dir nichts mehr geben.“
Leon sitzt am Boden. Sein rechter Arm bewegt sich nicht, der linke ist voller Verbrennungen. Er sieht den Drachen an, der mühsam zum Rand der Plattform kriecht, und fragt: „Warum bist du dann noch hier?“
Der Drache könnte durch die offenen Familientüren gehen. Ohne Kern kann Kane ihn nicht mehr spüren. Leon hält nicht einmal eine freiwillige Verbindung. Seit dem Bruch der Leitung ist sie zu schwach.
Die Bestie dreht um und stößt mit der Stirn gegen sein Knie.
Leon schließt die Augen.
Kane versucht, den Basilisken zum Thron zurückzuholen. Er gehorcht nicht sofort. Seit der Zerstörung der Leitung kann die Krone seine Empfindungen nicht mehr verbergen: die Angst vor dem goldenen Reif, seine Erschöpfung, die alte Gewohnheit, nach einem Sieg auf Kanes Berührung zu warten.
Der Basilisk hasst seinen Herrn nicht.
Er will nur, dass der Schmerz aufhört.
Styx schickt mir ein neues Bild. Eine schmale Ader läuft vom Reif des Basilisken zu Kanes Hand. Wenn wir sie durchtrennen, ist die Bestie frei. Aber wir erreichen die Halterung nur durch das Nervensystem des Menschen in der Krone.
Die Parasitenfähigkeit existiert noch.
Ich denke an Ardens Finger, die sich gegen seinen Willen geöffnet haben.
Styx zeigt nicht Kanes Hand, sondern eine einzige weiße Ader. Rein, durchtrennen, raus. Den Körper nicht bewegen.
Leon kommt hoch und stützt sich auf den kleinen Drachen.
„Ich lenke meinen Vater ab.“
„Er bringt dich um.“
„Er versucht erst, mich zu überzeugen.“
„Warum?“
Leon sieht zum Thron.
„Weil er ohne meine Zustimmung ein Mann bleibt, der seinen Sohn gegen dessen Willen gerettet hat. Ich soll das Liebe nennen.“
Ohne Waffe tritt er auf die zentrale Plattform.
Der kleine Drache geht neben ihm.
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