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REX WANG UND STYX

Kapitel 77. Die Festnahme

Cole ist ohne Uniform und Dienstabzeichen gekommen.

„Kane Li, Sie werden aufgrund von Zeugenaussagen wegen der Entführung von Bestien, der Brandstiftung in Archiven, des Einsatzes von Schuldensiegeln und des Angriffs auf die Stadt festgenommen.“

Kane hat die sechs Menschen angesehen.

„Von wem werde ich festgenommen?“

„Von Zeugen.“

Jeder hat seinen Namen für das Protokoll genannt.

Die Leutnant hat angefangen. Sie hat den Haftbefehl mit dem Absatz zur Übergabe von Zeugen an die Familie Li vorgelegt. Danach hat der Kämpfer gesprochen, den der künstliche Steuerkreis mit einem gebrochenen Bein zum Weiterlaufen gezwungen hat. Der Färber hat seine Verbrennungen aus dem Brand im Schuldenarchiv gezeigt. Zwei Soldaten haben den Befehl bestätigt, das Tor vor den Bewohnern zu schließen. Cole hat seinen Namen zuletzt genannt.

Kane hat allen zugehört.

„Sechs Menschen ersetzen keine Stadt.“

„Deshalb sprechen wir kein Urteil“, hat Cole gesagt. „Wir bringen Sie zu denen, denen Sie das Recht auf eine Aussage genommen haben.“

Kane hat angeboten, den westlichen Schild zu öffnen. Hinter der Mauer waren bereits Nachtbestien unterwegs. Ohne gemeinsames Siegel könnte der Abschnitt zusammenbrechen. Sie müssten ihm nur für eine Minute das Familienabzeichen zurückgeben.

Die Leutnant hat auf das dunkle Feld gesehen.

„Und wenn die Mauer fällt?“

„Dann tragen Sie die Verantwortung“, hat Kane gesagt.

„Tun wir.“

Sie hat befohlen, gewöhnliche Schilde aufzustellen.

Kane hat der Wache den Angriff befohlen. Zwei Kämpfer haben gehorcht, drei die Waffen gesenkt. Der kurze Kampf ist mit Schilden und lähmenden Pfeilen zu Ende gegangen.

Dann hat Kane das Notsiegel des Basilisken aktiviert.

Auf dem Platz vor dem Turm hat die verletzte Bestie den Kopf gehoben. Sie hat einen Schritt gemacht und sich neben dem kleinen Drachen wieder hingelegt.

Das Siegel ist zerfallen.

Kane hat zuerst zugeschlagen. Cole hat seinen Arm abgefangen und eine gewöhnliche Metallfessel geschlossen. Ohne Schmerz. Ohne Unterdrückung. Ohne Recht auf einen fremden Körper.

Diesmal hat die Festnahme stattgefunden.

Eine Stunde später haben sie mich gefunden. Drei Tage war ich bewusstlos. Mein Körper hat die Verstärkungen verloren, mit denen das System Muskeln und Nerven umgebaut hatte. Mira hat mein Herz mit Medikamenten und der Hilfe von Heilbestien am Laufen gehalten, die freiwillig in kurzen Schichten gearbeitet haben.

In der vierten Nacht öffne ich die Augen.

Lily schläft in einem Sessel. Tagsüber hält sie die Übertragung und sammelt Zeugenaussagen. Deshalb kommt sie nur nachts.

Lange sehe ich auf die rote Strähne an ihrer Schläfe und kann nicht sagen, ob sie schon früher da war. Seit der Krone kehrt meine Erinnerung in Bruchstücken zurück. Lilys Namen kenne ich. Ich weiß nicht mehr, wann ich angefangen habe, ihr mehr zu vertrauen als meinen eigenen Berechnungen.

Auf dem nächsten Bett liegt der Kämpfer vom Osttor. Genau die vermeidbare Verletzung, die die Krone gemeldet hat. Seine Schulter ist zusammengesetzt, aber die Finger der verletzten Hand bewegen sich schlecht. Er merkt, dass ich wach bin.

„Wenn du das Tor geschlossen gelassen hättest, wäre das nicht passiert“, sagt er.

Ich habe keine Rechtfertigung.

„Ja.“

„Lily sagt, du hast den Befehl selbst aufgehoben.“

„Habe ich.“

Der Kämpfer dreht sich zur Wand.

„Dann merk dir die Hand.“

Ich sehe auf seine Finger und wiederhole jedes Detail in Gedanken. Ich weiß nicht, ob die Erinnerung am Morgen noch da ist.

„Styx?“, frage ich.

Lily verspricht nicht, dass alles gut wird.

„Nicht gefunden.“

Ich versuche aufzustehen, doch mein Körper hält mich nicht. Lily hilft mir zurück ins Bett.

Auf dem Tisch steht eine kleine Blechdose aus der Färberwerkstatt. Taya hat Löcher in den Deckel geschlagen und sie in die Klinik gebracht. Wenn sie Styx lebend finden, wird sie einen Unterschlupf brauchen.

Ich hebe die Hand.

Kein Fenster. Keine ferne Bewegung des Schwarms. Nur eine leere Hand und die Erinnerung an kleine Beine, die sich nicht mehr überprüfen lässt.

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