Ich habe den ganzen Oktober hinausgezögert, und darüber werde ich nicht lügen.
Zuerst gab es die Erklärung mit der Saison: die Herbstwelle, zwanzig Paar die Woche, Slawa schafft es nicht allein, Igor hat den Rücken. Dann die Erklärung, man müsse abwarten, bis das Kinderheim abgeliefert ist. Dann waren die Erklärungen alle, und ich zögerte trotzdem hinaus.
Im November hatte Igors Mutter Geburtstag, und wir fuhren hin, und sie legte den Schal um, den wir ihr im Vorjahr geschenkt hatten, und sagte, das wäre nicht nötig gewesen. Bei Tisch fielen ihr die Fotografien ein, und sie holte wieder die Schachtel, und ich selbst, mit eigenen Händen, fand darin jenes Bild: Ilja Nikolajewitsch an der Werkbank, von hinten, in einer fremden Werkstatt, größer als unsere.
„Und wo ist das?“, fragte Igor, wie beim letzten Mal.
„Ach, irgendwo bei ihnen auf der Arbeit. Er war da nicht lange.“
Die Mutter sagte es mit denselben Worten, und ich begriff, dass sie sie auch beim letzten Mal ohne Nachdenken gesagt hatte und dass sie es wirklich nicht weiß.
Ich hielt das Bild und rechnete.
Die Einverständniserklärung ist unterschrieben. Vier Tage später ist das Werkzeug ausgegeben. Auf der Fotografie steht er schon an der Werkbank. Also hat er nicht bloß an der Tür unterschrieben, er ist in jenes Leben immerhin so weit hineingegangen. Und ist dann fortgegangen.
Niemand in diesem Zimmer außer mir hat so etwas gerechnet.
Auf dem Rückweg fuhr Igor und erzählte, Welitschko sei im September wieder da gewesen und habe ihn eingeladen, sich die Werkstätten anzusehen, wenn sie endgültig umgezogen sind, und dort werde es eine eigene Lederabteilung geben, und er, Welitschko, habe gefragt, ob Igor es nicht probieren wolle.
„Und du?“
„Und ich habe gesagt, ich denke darüber nach.“ Igor sah auf die Straße. „Ich habe gar nicht nachgedacht, ehrlich gesagt. Wo soll ich denn da weg.“
Er sagte „wo soll ich denn da weg“ und setzte den Blinker.
Zu Hause setzte ich mich in die Küche und saß bis drei Uhr, und morgens ging ich die Werkstatt aufschließen, wie immer.
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