Als Erstes fällt der Güterbahnhof aus.
Drei Steinbullen bleiben gleichzeitig unter der Plattform stehen. Einer legt sich direkt im Geschirr hin, der zweite zerreißt die Riemen und läuft zum Fluss, der dritte bleibt neben seinem Treiber. Der Hebemechanismus gerät aus dem Gleichgewicht. Die Plattform voller Getreide kippt über dem Platz zur Seite.
Die Arbeiter brüllen die gewohnten Befehle.
Der Bulle, der geblieben ist, bewegt sich nicht.
Cole kann die Station über das Stadtnetz gerade noch warnen. Die Menschen hören auf, das Tier am Halsband zu zerren, und laden die Plattform von Hand ab. Säcke stürzen hinunter, Getreide rieselt in den Dreck, ein Arbeiter bricht sich den Arm. Erst als das Gewicht sinkt, macht der Bulle von selbst einen Schritt und hält die Konstruktion fest.
Kane schaltet die Bilder sofort auf alle Bildschirme.
„Rex Wang hat euch Freiheit versprochen. Hier habt ihr sie.“
Auf dem Platz vor der Akademie sehen die Menschen zu, wie eine Wochenration Getreide verloren geht. Niemanden interessiert, dass sich der Bulle nach zwölf Jahren zum ersten Mal vor Erschöpfung hingelegt hat. Sie sehen nur das Essen, das sie jetzt aus dem Dreck sammeln müssen.
Als Nächstes reißen die Verbindungen in Schlachthöfen, Steinbrüchen und Wachhöfen. Bestien, die nur der Schmerz gehalten hat, verschwinden sofort. Manche greifen ihre Besitzer an. Nicht wegen eines neuen Befehls. Der alte Befehl ist nur früher verschwunden als die über Jahre angestaute Angst.
Cole teilt seine Einheiten auf. Die einen öffnen den Tieren Wege aus der Stadt, die anderen halten die Menschen von der Verfolgung ab. Im südlichen Schlachthof versucht ein ehemaliger Besitzer, einen Feuerhund mit einer glühenden Kette zurückzuholen. Die Bestie beißt sich in seiner Schulter fest. Die Soldaten könnten den Hund mit einem Schuss töten. Cole lässt ihn stattdessen mit Schilden abschirmen und hält ihm den Weg zum Fluss frei.
Das Tier verschwindet.
Der verletzte Mann verlangt eine Entschädigung und nennt uns Handlanger der Bestien.
„Er ist wirklich verletzt worden“, sagt Lily, ohne die Aufnahme zu unterbrechen.
„Er hat sie gefoltert“, sagt einer der Schüler.
„Davon verschwindet seine Wunde nicht.“
Lily sendet beide Sätze. Die Folter bleibt Folter. Die Wunde bleibt eine Wunde.
Vor der Akademie sitzt Lenny den beiden Kampfaffen gegenüber. Der erste presst das Holzrad an die Brust und bleibt in der Nähe. Der zweite lässt Lenny nicht näher als fünf Schritte an sich heran.
Lenny stellt eine Schale Wasser auf den Boden und geht zurück. Der zweite Affe kommt erst, als er hinter der Tür verschwunden ist.
Der Leerendrache entscheidet sich für Leon. Die weiße Linie ihrer Verbindung wird grün, aber die Bestie lässt sich das Familienhalsband nicht wieder anlegen. Leon hält den goldenen Ring in den Händen und bringt es nicht über sich, ihn wegzuwerfen.
„Er ist geblieben“, sage ich.
„Bis jetzt.“
Leon tut nicht so, als wäre das genug. Er versteht: Eine einzige Entscheidung heute verwandelt Jahre der Unterwerfung nicht in Vertrauen.
Auf den Bildschirmen erscheinen weiter Punkte. Grüne, rote, graue. Die Stadt hat keine zwei ordentlichen Spalten und keinen gemeinsamen Sieg. Jede Verbindung gibt ihre eigene Antwort, und hinter jeder Antwort wartet ein eigenes Problem.
Eine junge Frau im weißen Kittel rennt aus dem Krankenflügel.
„Mira, das Kind verliert den Puls. Die Heilbestie gehorcht nicht mehr.“
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